Bildung statt Barrieren!
Sprachförderung: ein Wegbereiter für soziale Stabilität und Gute Arbeit
Arbeit und Leben Hamburg zeigt sich besorgt über die aktuelle Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, den Zugang zu Integrationskursen deutlich einzuschränken. Sprachförderung ist keine freiwillige Leistung, sondern eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, berufliche Integration und demokratische Mitwirkung.
Als Bildungsträger steht Arbeit und Leben Hamburg für soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und lebenslanges Lernen. Unsere vielfältigen Projekte in der politischen und arbeitsweltbezogenen Bildung verfolgen das gemeinsame Ziel, Menschen nachhaltige Bildungs- und Teilhabechancen zu eröffnen. Sprache bildet dabei die Grundlage für nahezu alle weiteren Bildungsprozesse.
Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Beratung von EU-Bürger:innen und Drittstaatsangehörigen wissen wir, dass keine oder geringe Deutschkenntnisse ein Einfallstor sind, um Arbeitnehmende in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen um ihre Rechte zu bringen. Kenntnisse der deutschen Sprache sind ein erster und wirksamer Schutz – nicht nur vor Ausbeutung am Arbeitsplatz, sondern auch lebenswichtig, um Arbeitsschutzanweisungen verstehen und anwenden zu können.
„Wer Menschen den Zugang zu Sprache verwehrt, verwehrt ihnen zugleich den Zugang zu grundlegenden Rechten, Schutz und gesellschaftlicher Teilhabe. Integrationskurse sind kein optionales Angebot, sondern eine tragende Säule für soziale Stabilität und gute Arbeit“, erklärt Elvisa Kantarević, Geschäftsführerin von Arbeit und Leben Hamburg.
Unsere Grundbildungsprojekte richten sich an Menschen mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen oder unsicheren Sprachkenntnissen. Die Angebote leisten einen Beitrag zur Sicherung von Arbeitskräften, indem sie praxisnahe und individuelle Lernangebote schaffen, die bestehende Arbeitsverhältnisse durch „Learning on the Job“ stabilisieren. Darüber hinaus ermöglichen sie den Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Beteiligung und bilden Brücken in Ausbildung, Beschäftigung und weiterführende Qualifizierung.
Werden Integrationskurse erschwert oder fallen sie weg, verschärft dies bestehende Bildungsungleichheiten und macht den Einstieg in weiterführende Bildungsangebote erheblich schwieriger.
Integration beginnt mit Sprache und Bildung. Wer hier kürzt, gefährdet langfristig soziale Stabilität, gleichberechtigte Teilhabe und den Zugang zu Guter Arbeit. Arbeit und Leben Hamburg fordert daher eine verlässliche Finanzierung und einen offenen Zugang zu Integrationskursen für alle Menschen, die in unserer Stadt leben.
Arbeit und Leben DGB/VHS Hamburg e. V.
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg
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