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Aktuelles

Gedenkkundgebung für Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân

Am Sonntag, 27. August 2017, lädt die Initiative für ein Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân um 16 Uhr zu einer Gedenkkundgebung in die Halskestraße 72 in Hamburg ein.

Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân kamen als junge Männer im Frühjahr 1980 nach ihrer Flucht aus Vietnam nach Hamburg und wurden in der Halskestraße 72 untergebracht.
Am 22. August 1980 fand ein Brandanschlag auf die Unterkunft statt, den beide nicht überlebten. Die Täter waren im bundesweiten agierenden, rechtsterroristischen Netzwerk „Deutsche Aktionsgruppen“ organisiert.
Dies war nach 1945 der erste dokumentierte rechtsterroristische Anschlag und – wie Rostock-Lichtenhagen, Mölln oder die Morde des NSU zeigen – nicht der letzte.

Daher möchte die Initiative 37 Jahre nach dem Tod von Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân an die Taten und Opfer zu erinnern. Dies soll Raum bieten, gemeinsam zu gedenken, zu beten, Blumen niederzulegen und für ein Ende der rassistischen Gewalt zu kämpfen.

Weiterhin fordert die Initiative:

  • Die Schaffung eines Gedenkortes am oder in der direkten Umgebung des Tatortes, der die Ereignisse dokumentiert und an die  Opfer erinnert.
  • Die Umbenennung der Halskestraße oder des Teilstücks am Tatort nach Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân.
  • Die entsprechende Umbenennung der Bushaltestelle am Tatort.

Kontakt:  

Facebook: https://www.facebook.com/inihalskestrasse/info?tab=page_info

Hintergründe und Informationen:   https://inihalskestrasse.blackblogs.org

 

Diskussionsveranstaltung:
"Vom Rand bis zur Mitte - Sprechen über rechte, rassistische und antisemitische Gewalt in Hamburg"

Zeit: Dienstag, 27.06.2017,  18:30 Uhr
Ort: Bücherhalle Harburg, Edelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg

Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt sind Begriffe die nicht gern in den Mund genommen werden. Tagtäglich beobachten wir, wie diese Gewaltphänomene an den sogenannten rechten Rand verschoben oder in die Vergangenheit verlagert werden. In einer solchen Atmosphäre wird es schwierig überhaupt über rechte, rassistische und antisemitische Gewalt zu sprechen. Dabei berichten Betroffene dieser Gewalt von einer aggressiven gesellschaftlichen Gesamtstimmung und einem Anstieg der alltäglichen Gewalterfahrungen in Hamburg. Festhalten lässt sich, dass aktuell die Hemmschwelle von Gewaltausübung auch in Hamburg weiter sinkt und viele Menschen physische Gewalt erleben, so wie psychischen Bedrohungen mit einer massiven Signalwirkung ausgesetzt sind. Nicht selten kommt diese aus der Mitte der Gesellschaft.

In dieser Veranstaltung möchten wir nach einer Einführung ins Thema gemeinsam in die Diskussion kommen. Wie kann es gelingen, dass diese alltägliche Gewalt nicht als große Ausnahme verharmlost wird, sondern besprechbar wird? Wie können Betroffene und Solidarität in der Gesellschaft gestärkt werden?

 Die Veranstaltung ist eine Kooperation von empower und der lokalen Partnerschaft Harburg

 

Ausstellung: 
„Rechtsaußen - Mittendrin“

Vom 22.05. - 26.06.2017 in der Zentralbibliothek,
am Hühnerposten 1, 20097 Hamburg
Vom 27.06.- 14.07.2017 in der Bücherhalle Harburg,
Eddelbüttelstraße 47a,  21073 Hamburg

Das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Hamburg lädt Sie zur Besichtigung der Ausstellung ein. Der Besuch ist kostenfrei. Der Zugang ist behindertengerecht.

Weitere Infos hier zum Download

 

 Anklage des Tribunals "NSU-Komplex auflösen"

Die vollständige Anklageschrift hier als PDF zum Download

 

"Tribunal NSU Komplex auf lösen"
vom 17.-21. Mai 2017 in Köln

„Bis heute sind wir weit von der versprochenen „lückenlosen Aufklärung“ im NSU-Komplex entfernt. Initiativen und Einzelpersonen, die mit den Betroffenen der NSU-Mord- und Anschlagserie solidarisch verbunden sind, entwickelten die Idee eines Tribunals, das diese Leerstelle besetzt. Der NSU-Komplex wird dabei gedacht als ein Kristallisationspunkt strukturellen Rassismus. Das Tribunal ist damit ein Ort der gesellschaftlichen Anklage von Rassismus. Die Berichte der Betroffenen und Angehörigen stehen im Mittelpunkt. Ihre Geschichte gilt es zu hören und zu verstehen.“  (Zitat von der Website www.nsu-tribunal.de)

Anmeldung und weitere Infos unter: www.nsu-tribunal.de

 

Kurzfilm:
Norddeutschland, der NSU und rechter Terror

Im Rahmen des Hearings zu Rassismus, NSU und Justiz „Norddeutschland, der NSU und rechter Terror“ im November 2016 in Hamburg entstand ein Kurzfilm, der die Perspektiven Betroffener von rechter, rassistischer Gewalt in den Blick nimmt und die gesellschaftlichen Diskurse thematisiert. Überlebende und Angehörige, Gedenkinitiativen, antifaschistische Rechercheprojekte und Nebenklagevertreter im NSU Prozesses aus Norddeutschland verdeutlichen die Forderungen von Betroffenen, erklären die fehlende Aufklärung und den gesellschaftlichen Umgang mit rassistischer Gewalt.

https://www.youtube.com/watch?v=eLyV0Yfqwuo

 

Racial Profiling  und rassistische Gewalt in Deutschland:
UN-Experten weisen auf die Situation von Schwarzen Menschen hin

Die “United Nations’ Working Group of Experts on People of African Descent” veröffentlichte am 27. Februar 2017 ihren Abschlussbericht zur Situation Schwarzer, People of Color und Migrant_innen in Deutschland. Bemängelt wurde von den Expert_innen die fehlenden Erhebungsdaten, um den strukturellen und institutionellen Rassismus sichtbar machen zu können.

Racial Profiling und rassistische Polizei seien nach Angaben der Arbeitsgruppe stark vorzufinden und es fehle eine unabhängige Beschwerdestelle, die Straflosigkeit fördere.

Der strukturelle und institutionelle Rassismus verhindere die Aufklärung von rassistischer Gewalt und Hassverbrechen. Positiv hervorgehoben wurden die vielen Selbstorganisationen und zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich gegen den Rassismus engagieren.

Der vollständige Bericht kann hier nachgelesen werden:
http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=21233&LangID=E

Die deutsche Zusammenfassung ist hier zu finden:
www.ohchr.org/Documents/Press/WGADGermany27022017_German.doc

 

Opferberatungen begrüßen Erlass zum Bleiberecht für Opfer rassistischer Gewaltstraftaten in Brandenburg und fordern bundesweite Regelung

Die im VBRG organisierten Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt begrüßen ausdrücklich die Entscheidung des brandenburgischen Innenministeriums, Ermessenspielräume zu nutzen, um Opfern rassistischer Gewalt ohne  sicheren Aufhenthaltstitel ein Bleiberecht zu gewähren. Mehr zum Weiterlesen

(Presseerklärung  vom 11. Januar 2017 des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Berlin)

 

Steigende Zahl rechts motivierter Gewalttaten

Für das vergangene Jahr wurden 1747 Fälle politisch rechts motivierter Gewalt in Ostdeutschland, Berlin und NRW bekannt - Unabhängige Opferberatungsprojekte veröffentlichen gemeinsame Statistik für 2015. + Rechts motivierte Angriffe im Vergleich zu 2014 nahezu verdoppelt + Dramatischer Anstieg rassistischer Gewalt + 146 Angriffe an Geflüchtetenunterkünften, darunter 45 Brandanschläge Mehr zum Weiterlesen ...

Quelle: Pressemitteilung des VBRG (Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter rassistischer und und antisemitischer Gewalt e.V.)