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Aktuelles

Theater: Die NSU-Monologe

Dienstag, 26. September 2017, Beginn: 19 Uhr
Bühne im Bürgertreff Altona Nord, Gefionstraße 3

Fünf Jahre nach Bekanntwerden der Morde des "Nationalsozialistischen Untergrunds" erzählen die NSU-Monologe von den Kämpfen dreier Familien der Opfer. Von ihrem Mut, in der ersten Reihe eines Trauermarsches zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße zu fordern und vom Versuch die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen. 

Das Stück wurde von der Bühne für Menschenrechte entwickelt und wird bundesweit mit wechselnden Schauspieler*innen aufgeführt. 
Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch statt.

Die Aufführung ist auf deutsch mit türkischen Untertiteln.
Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos hier als PDF zum Download.

 

Gedenken an rassistischen Brandanschlag in Moorfleet

Mehr als 80 Menschen gedachten am 27. August Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân, den beiden Opfern eines rassistisch motivierten Brandanschlags vor 37 Jahren. 

Anlässlich der Gedenkveranstaltung forderte die Initiative zum Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân erneut die Umbenennung der Hamburger Halskestraße in Moorfleet. Zusammen mit Đỗ Anh Lâns Mutter, ehemaligen Bewohnern des Geflüchtetenheims und zahlreichen Interessierten kritisierte sie die ablehnende Haltung des Senats, einen Erinnerungsort zu schaffen und damit auch ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen.

Ein Redner der Initiative wies darauf hin, dass rechte Gewalttaten, Hetze gegen Geflüchtete und alltägliche rassistische Zumutungen seit Jahren zunehmen. Er spannte den Bogen zu den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen, die in diesen Tagen 25 Jahre zurückliegen. Auch damals war den Angriffen eine wochenlange, beispiellose Hetze gegen Geflüchtete vorausgegangen.

Der Gedanke, mit der Umbenennung der Straße und der Bushaltestelle sowie einer Gedenktafel vor dem Gebäude der ehemaligen Unterkunft einen Gedenkort zu schaffen, sei entstanden, als Đỗ Anh Lâns Mutter erzählt habe, wie belastend es für sie sei, dass es nach der Auflösung der Grabstätte auf dem Öjendorfer Friedhof keinen Ort mehr gebe, der mit ihrem ermordeten Sohn in Zusammenhang stehe.

 Die Essener Hip-Hop-Band K.A.G.E. rappte auf der Kundgebung auf Deutsch, Englisch und Romanes. Nach einer Schweigeminute und einem buddhistischen Gebet legten die Kundgebungsteilnehmer Blumen vor einer Gedenktafel nieder, die auf Vietnamesisch und Deutsch über die Ereignisse von 1980 informiert. Vor der Tafel mit den Bildern von Đỗ Anh Lân und Nguyễn Ngọc Châu war ein kleiner Altar mit Kerzen, Räucherstäbchen und Speisen und Getränken arrangiert, um der beiden Toten zu gedenken.

Verübt wurde der Anschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in der Hamburger Halskestraße in der Nacht zum 22. August 1980 von zwei Mitgliedern der terroristischen Neonazigruppe „Deutsche Aktionsgruppen“. Wie ein Überlebender des Brandanschlags auf der Kundgebung berichtete, wurden die Bewohner und Bewohnerinnen nach der Tat allein gelassen und nicht einmal über die Hintergründe des Anschlags informiert. Bis heute erinnert in Hamburg nichts an den Tod von Đỗ Anh Lân und Nguyễn Ngọc Châu. Die Initiative fordert neben der Straßenumbenennung auch die entsprechende Umbenennung der Bushaltestelle am Tatort sowie eine fest installierte Gedenktafel, die die Ereignisse dokumentiert und an die beiden Opfer erinnert. Die Taten gelten als die ersten - dokumentierten - rassistisch motivierten Morde nach 1945.

 Kontakt:

Facebook: https://www.facebook.com/inihalskestrasse/info?tab=page_info

Mehr Hintergründe und Informationen: https://inihalskestrasse.blackblogs.org

 Kleine Anfrage zum Thema (Drs. 21/9038):
https://kleineanfragen.de/hamburg/21/9038

 

 Diskussionsveranstaltung:

"Vom Rand bis zur Mitte - Sprechen über rechte, rassistische und antisemitische Gewalt in Hamburg"

Zeit: Dienstag, 27.06.2017,  18:30 Uhr
Ort: Bücherhalle Harburg, Edelbüttelstraße 47a, 21073 Hamburg

Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt sind Begriffe die nicht gern in den Mund genommen werden. Tagtäglich beobachten wir, wie diese Gewaltphänomene an den sogenannten rechten Rand verschoben oder in die Vergangenheit verlagert werden. In einer solchen Atmosphäre wird es schwierig überhaupt über rechte, rassistische und antisemitische Gewalt zu sprechen. Dabei berichten Betroffene dieser Gewalt von einer aggressiven gesellschaftlichen Gesamtstimmung und einem Anstieg der alltäglichen Gewalterfahrungen in Hamburg. Festhalten lässt sich, dass aktuell die Hemmschwelle von Gewaltausübung auch in Hamburg weiter sinkt und viele Menschen physische Gewalt erleben, so wie psychischen Bedrohungen mit einer massiven Signalwirkung ausgesetzt sind. Nicht selten kommt diese aus der Mitte der Gesellschaft.

In dieser Veranstaltung möchten wir nach einer Einführung ins Thema gemeinsam in die Diskussion kommen. Wie kann es gelingen, dass diese alltägliche Gewalt nicht als große Ausnahme verharmlost wird, sondern besprechbar wird? Wie können Betroffene und Solidarität in der Gesellschaft gestärkt werden?

 Die Veranstaltung ist eine Kooperation von empower und der lokalen Partnerschaft Harburg

 

Ausstellung: 
„Rechtsaußen - Mittendrin“

Vom 22.05. - 26.06.2017 in der Zentralbibliothek,
am Hühnerposten 1, 20097 Hamburg
Vom 27.06.- 14.07.2017 in der Bücherhalle Harburg,
Eddelbüttelstraße 47a,  21073 Hamburg

Das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Hamburg lädt Sie zur Besichtigung der Ausstellung ein. Der Besuch ist kostenfrei. Der Zugang ist behindertengerecht.

Weitere Infos hier zum Download

 

 Anklage des Tribunals "NSU-Komplex auflösen"

Die vollständige Anklageschrift hier als PDF zum Download

 

"Tribunal NSU Komplex auf lösen"
vom 17.-21. Mai 2017 in Köln

„Bis heute sind wir weit von der versprochenen „lückenlosen Aufklärung“ im NSU-Komplex entfernt. Initiativen und Einzelpersonen, die mit den Betroffenen der NSU-Mord- und Anschlagserie solidarisch verbunden sind, entwickelten die Idee eines Tribunals, das diese Leerstelle besetzt. Der NSU-Komplex wird dabei gedacht als ein Kristallisationspunkt strukturellen Rassismus. Das Tribunal ist damit ein Ort der gesellschaftlichen Anklage von Rassismus. Die Berichte der Betroffenen und Angehörigen stehen im Mittelpunkt. Ihre Geschichte gilt es zu hören und zu verstehen.“  (Zitat von der Website www.nsu-tribunal.de)

Anmeldung und weitere Infos unter: www.nsu-tribunal.de

 

Kurzfilm:
Norddeutschland, der NSU und rechter Terror

Im Rahmen des Hearings zu Rassismus, NSU und Justiz „Norddeutschland, der NSU und rechter Terror“ im November 2016 in Hamburg entstand ein Kurzfilm, der die Perspektiven Betroffener von rechter, rassistischer Gewalt in den Blick nimmt und die gesellschaftlichen Diskurse thematisiert. Überlebende und Angehörige, Gedenkinitiativen, antifaschistische Rechercheprojekte und Nebenklagevertreter im NSU Prozesses aus Norddeutschland verdeutlichen die Forderungen von Betroffenen, erklären die fehlende Aufklärung und den gesellschaftlichen Umgang mit rassistischer Gewalt.

https://www.youtube.com/watch?v=eLyV0Yfqwuo

 

Racial Profiling  und rassistische Gewalt in Deutschland:
UN-Experten weisen auf die Situation von Schwarzen Menschen hin

Die “United Nations’ Working Group of Experts on People of African Descent” veröffentlichte am 27. Februar 2017 ihren Abschlussbericht zur Situation Schwarzer, People of Color und Migrant_innen in Deutschland. Bemängelt wurde von den Expert_innen die fehlenden Erhebungsdaten, um den strukturellen und institutionellen Rassismus sichtbar machen zu können.

Racial Profiling und rassistische Polizei seien nach Angaben der Arbeitsgruppe stark vorzufinden und es fehle eine unabhängige Beschwerdestelle, die Straflosigkeit fördere.

Der strukturelle und institutionelle Rassismus verhindere die Aufklärung von rassistischer Gewalt und Hassverbrechen. Positiv hervorgehoben wurden die vielen Selbstorganisationen und zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich gegen den Rassismus engagieren.

Der vollständige Bericht kann hier nachgelesen werden:
http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=21233&LangID=E

Die deutsche Zusammenfassung ist hier zu finden:
www.ohchr.org/Documents/Press/WGADGermany27022017_German.doc

 

Opferberatungen begrüßen Erlass zum Bleiberecht für Opfer rassistischer Gewaltstraftaten in Brandenburg und fordern bundesweite Regelung

Die im VBRG organisierten Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt begrüßen ausdrücklich die Entscheidung des brandenburgischen Innenministeriums, Ermessenspielräume zu nutzen, um Opfern rassistischer Gewalt ohne  sicheren Aufhenthaltstitel ein Bleiberecht zu gewähren. Mehr zum Weiterlesen

(Presseerklärung  vom 11. Januar 2017 des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Berlin)

 

Steigende Zahl rechts motivierter Gewalttaten

Für das vergangene Jahr wurden 1747 Fälle politisch rechts motivierter Gewalt in Ostdeutschland, Berlin und NRW bekannt - Unabhängige Opferberatungsprojekte veröffentlichen gemeinsame Statistik für 2015. + Rechts motivierte Angriffe im Vergleich zu 2014 nahezu verdoppelt + Dramatischer Anstieg rassistischer Gewalt + 146 Angriffe an Geflüchtetenunterkünften, darunter 45 Brandanschläge Mehr zum Weiterlesen ...

Quelle: Pressemitteilung des VBRG (Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter rassistischer und und antisemitischer Gewalt e.V.)